Grüne: Abgeschobene jesidische Familie zurückholen
Die Familie wurde abgeschoben, obwohl am gleichen Tag ein Gericht für sie entschied.
Berlin - Die Grünen fordern die Rückholung einer in den Irak abgeschobenen jesidischen Familie mit vier minderjährigen Kindern.
«Deutschland muss die jesidische Familie umgehend zurückholen, damit wir uns nicht am Genozid beteiligen», sagte der menschenrechtspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Max Lucks.
Lucks verlangte zugleich den Rücktritt des Präsidenten des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, Hans-Eckhard Sommer.
Das Bundesamt breche mit der Abschiebung mit Recht und Moral. Sommer sei damit nicht länger tragbar in seinem Amt als Bamf-Chef, so Lucks.
Mit einem Abschiebeflug von Leipzig nach Bagdad waren am Dienstag 43 Menschen in den Irak gebracht worden, darunter die jesidische Familie. Die Familie lebte in Lychen in Brandenburg und wehrte sich per Eilantrag gegen die Abschiebungsandrohung.
Wenige Stunden nach dem Abflug hob das Verwaltungsgericht Potsdam eine Entscheidung auf, nach der die Familie ausreisepflichtig war.
Für das Asylverfahren ist das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) zuständig, für die Abschiebung der 43 Menschen das Land Thüringen.
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