Ministerpräsident Woidke: Strom wird nach Kohleausstieg teurer
Berlin - Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke beklagt in der Diskussion über den geplanten Kohle-Ausstieg, dass nicht deutlich genug gesagt werde, dass die Strompreise steigen würden. «Wir müssen dann schon die Ehrlichkeit haben, zu sagen, er wird auf 35, 40 oder vielleicht sogar 50 Cent steigen.
Das hängt wieder von der Geschwindigkeit ab», sagte der SPD-Politiker heute im ARD-«Morgenmagazin». «Aber diese Ehrlichkeit vermisse ich in Teilen. Und ich glaube, die brauchen wir.» Kohle sei zurzeit der günstigste Energieträger. Erneuerbare Energien seien weniger zuverlässig.
Im Tagesverlauf könnte sich die Kohlekommission der Bundesregierung auf ein wegweisendes Konzept zum Kohleausstieg einigen. Umstritten ist vor allem, wann und in welchem Umfang klimaschädliche Kohlekraftwerke abgeschaltet werden sollen, ebenso ein endgültiges Ausstiegsdatum.
Umweltschützer fordern mehr Klimaschutz-Maßnahmen und einen schnellen Kohleausstieg. Die Bürger in den Kohleregionen wollen nach dem aktuellen ARD-«Deutschlandtrend» länger am Braunkohle-Abbau festhalten als die Bevölkerung insgesamt.
Für Sachsen-Anhalts grüne Umweltministerin, Claudia Dalbert, ist dies kein unlösbarer Konflikt. Sollte Deutschland die Klimaziele 2030 nicht erreichen, müssten Zertifikate für den CO2-Ausstoß in Milliardenhöhe gekauft werden, sagte sie im «Morgenmagazin». «Und da sage ich Ihnen ganz klar, das Geld möchte ich lieber in den Strukturwandel, in die Kohleregionen investieren, als dafür zusätzliche Zertifikate zu kaufen.»
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