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Nabu: Immer weniger Störche in Brandenburg

Ein Großteil der Störche ist auf dem Weg nach Süden. Tierschützer machen sich große Sorgen.

Potsdam - Es sind zwar noch nicht alle Störche aus Brandenburg losgeflogen - Umweltschützer gehen aber schon jetzt davon aus, dass 2020 wieder kein gutes Storchenjahr war. «Es gibt immer weniger Brutpaare», sagte der ehrenamtliche Leiter der Landesarbeitsgruppe Weißstorchschutz im Nabu Brandenburg, Bernd Ludwig. Dazu wurden im Schnitt nur 1,5 bis 1,8 Junge pro Horst flügge. «Das reicht nicht aus, um den Bestand zu erhalten», sagte der Tierschützer.

Wieviele Störche es dieses Jahr in dem Bundesland gab, könne erst im September genau gesagt werden. Die Zahlen werden gerade noch gesammelt. Sicher sagen lässt sich laut Ludwig, dass die Trockenheit und die intensive Landwirtschaft dafür gesorgt haben, dass die Vögel nicht genug Nahrung haben. Deshalb wurden unter anderem im Storchendorf Rühstädt (Prignitz) nur 1,04 Junge pro Horstpaar flügge. Weil am Bosporus zudem im Frühling schlechtes Wetter herrschte, seien einige Tiere zu spät angekommen und hätten nicht gebrütet, sagte Ludwig.

Die Trockenheit im April und Mai habe dafür gesorgt, dass es nicht genug Regenwürmer gab, um die Jungtiere zu füttern. Viele seien deshalb verendet. Die Tiere hielten sich in der Regel in den Auen der größeren Flüsse auf, aber die seien teils ausgetrocknet gewesen. In den Mais-, Raps-, Getreide- und Kartoffelfeldern des Landes gebe es überhaupt keine Nahrung, sagte Ludwig.

Anfang August sind Ludwig zufolge die ersten Tiere nach Süden gestartet. Ein Großteil sei inzwischen bereits abgeflogen. In der Regel machten sich die jüngeren Störche als erstes auf den Weg. Ludwig berichtete, dass in der Nacht zum 9. August rund 300 Störche in Nunsdorf (Teltow-Fläming) zwischengelandet seien. «So eine große Truppe gab es in der Gegend bis jetzt noch nicht», sagte der Storchenexperte. Anders als in Baden-Württemberg oder Bayern blieben in Brandenburg keine Störche über den Winter.

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