Nach Europawahl stehen Berliner Parteien vor der Aufarbeitung
Berlin - Nach der Europawahl in Berlin mit den Grünen als großem Gewinner steht für die Parteien in der Hauptstadt die Aufarbeitung der Ergebnisse an. Besonders interessant sein wird, ob und wie sich der Wahlsonntag auf die Zusammenarbeit innerhalb der rot-rot-grünen Koalition auswirken wird. Während die Grünen, die schon seit längerem gute Umfragewerte bekommen, als Wahlsieger nochmals Rückenwind bekommen haben, landete die SPD auf einem historischen Tiefstand. Auch die Linken büßten Wählerstimmen ein.
Nach Einschätzung von Linke-Landeschefin Katina Schubert muss die Koalition nun rasch wieder in den Arbeitsmodus finden. «Ich gehe nach wie vor davon aus, dass wir einen Auftrag haben, dass wir einen Koalitionsvertrag haben», sagte Schubert der Deutschen Presse-Agentur. «Die Wähler erwarten, dass wir vernünftig arbeiten. Da ist keine Zeit, jetzt in Parteiquerelen zu versinken.»
Am Nachmittag steht auch die Sitzung des SPD-Landesvorstandes an. Am Sonntagabend hatte sich Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) zunächst nicht explizit zum Abschneiden seiner Partei in Berlin geäußert. Die SPD konnte in keinem der zwölf Berliner Bezirke die Mehrheit erringen - acht gingen an die Grünen, zwei an die CDU und zwei an die Linke.
Laut vorläufigem Endergebnis wurden die Grünen mit 27,8 Prozent erstmals bei einer bundes- oder landesweiten Wahl stärkste Kraft in der Hauptstadt. Die SPD stürzte hingegen auf 14,0 Prozent (-10) ab - ihr schlechtestes Ergebnis überhaupt in Berlin. Bei der Europawahl 2014 waren die Sozialdemokraten noch Wahlsieger geworden. Die Linke kam auf 11,9 Prozent (-4,3).
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