Prozess um getötete Afghanin - Freund im Zeugenstand
Mit dem Freund der getöteten 34-jährigen Mutter aus Afghanistan im Zeugenstand ist der
Mit dem Freund der getöteten 34-jährigen Mutter aus Afghanistan im Zeugenstand ist der Prozess gegen zwei Brüder des Opfers fortgesetzt worden. Der 31-Jährige erklärte am Mittwoch vor dem Berliner Landgericht, der ältere Angeklagte sei derjenige gewesen, der in der Familie etwas zu sagen hatte. Der Zeuge wandte sich im Gerichtssaal direkt an den 26-Jährigen und forderte: «Wenn du Ehre hast, dann steh auf und sag, was du gemacht hast.»
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Angeklagten ihre geschiedene Schwester ermordet haben, weil sie sich nicht den Moralvorstellungen der Familie unterworfen und zudem eine Liebesbeziehung geführt habe. Die 26 und 23 Jahre alten Männer sollen ihre Schwester am 13. Juli 2021 getötet, dann deren Leiche in einem Rollkoffer nach Bayern gebracht und diese dort vergraben haben. Bislang haben die Angeklagten zu den Vorwürfen geschwiegen.
Der Zeuge, der aus einer iranischen Familie stammt, sagte weiter, er habe sich zunächst nicht vorstellen können, «dass ein Bruder eine Schwester ermordet». Die 34-Jährige habe ihm gegenüber immer positiv über ihre Brüder gesprochen. Was der 26-jährige Bruder sagte, sei für sie «unanfechtbar» gewesen. Nach seiner Einschätzung hätten die Brüder nichts von der engen Beziehung ihrer Schwester zu ihm gewusst, so der 31-Jährige. Sie habe ihn nur angerufen, wenn ihre Brüder nicht in der Nähe waren. Der Zeuge beschrieb die 34-Jährige als eine «traditionelle Frau», die religiös gewesen sei und das Kopftuch mit Überzeugung getragen habe.
Der Fall hatte für Schlagzeilen gesorgt und eine Debatte um den Begriff «Ehrenmord» und die gescheiterte Integration von Flüchtlingen ausgelöst. Die Frau und die Brüder waren vor einigen Jahren aus Afghanistan nach Deutschland gekommen. Von ihrem afghanischen Mann hatte sich die 34-Jährige im Jahr 2018 scheiden lassen. Das Opfer hatte zwei Kinder im Alter von 10 und 14 Jahren, die nun am Prozess als Nebenkläger beteiligt sind. Die Verhandlung wird am 18. März fortgesetzt.
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