Prozess um Kindesmissbrauch: Berliner Ex-Jugendfeuerwehrwart gesteht
Berlin - Ein früherer Berliner Feuerwehrmann hat in einem Prozess wegen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen gestanden. Er schäme sich für seine «unfassbaren Fehlleistungen» erklärte der 60-jährige Ex-Landesjugendfeuerwehrwart am heute zu Verhandlungsbeginn vor dem Amtsgericht Tiergarten. Dem inzwischen pensionierten Mann werden sexuelle Übergriffe auf zwei Jungen in der Zeit von 2008 bis 2016 zur Last gelegt. Die Kinder seien ihm damals als Jugendfeuerwehrwart einer Freiwilligen Feuerwehr anvertraut gewesen, so die Anklage.
49 Taten werden dem Mann, der auch im Hauptberuf Feuerwehrbeamter war und hohe Auszeichnungen erhalten hatte, im Prozess vorgeworfen. 48 Übergriffe auf einen anfangs neunjährigen Jungen gestand der 60-Jährige. Er gab zudem zu, dass es frühere Fälle gegeben habe. Zu ersten Taten sei es in den 1980er Jahren gekommen. Im Vorfeld der Verhandlung habe er einen sogenannten Täter-Opfer-Ausgleich mit insgesamt zwölf Geschädigten angestrebt.
Der Angeklagte war im März 2018 als Landesjugendfeuerwehrwart zurückgetreten. Kurz zuvor sei gegen ihn Strafanzeige erstattet worden, hieß es am Rande. Es hätten sich im Laufe der Ermittlungen mehrere inzwischen erwachsene Männer als Geschädigte offenbart. Wegen Verjährung seien mehrere Verfahren eingestellt worden.
Nachricht teilen
… ich on air!