Tabak aus Zolllager gestohlen: Mutmaßliche Bande vor Gericht
Nach einem Einbruch in die Asservatenstelle des
Berlin - Nach einem Einbruch in die Asservatenstelle des Hauptzollamtes Berlin, bei dem tonnenweise Beute abtransportiert worden war, stehen sechs Männer und eine Frau vor dem Landgericht. Mindestens 5,2 Millionen bereits beschlagnahmte Zigaretten und 8 Tonnen Wasserpfeifentabak seien laut Ermittlungen gestohlen worden. Der Schaden betrage etwa zwei Millionen Euro. Der erste Prozesstag am Mittwoch endete noch vor Verlesung der Anklage. Verteidiger hatten bemängelt, dass die Corona-Abstandsregelungen nicht an allen Plätzen im Gerichtssaal einzuhalten seien. Nach Feststellung der Personalien der Angeklagten vertagte das Gericht die Verhandlung.
Den Angeklagten im Alter zwischen 23 und 47 Jahren werden schwerer Bandendiebstahl und Steuerhehlerei zur Last gelegt. Mehrere Bandenmitglieder sollen im Januar 2020 in das Lager des Amtes in Berlin-Hohenschönhausen eingebrochen sein und dort Waren mit einem Gesamtgewicht von 12 Tonnen entwendet haben. Das Diebesgut sei mit Lastwagen abtransportiert worden und zum Teil auf einem nahen Industriegelände zwischengelagert worden sein.
Ermittler sollen nach Hinweisen einen Scheinankauf für den Tabak initiiert haben. Dabei sei die Ladung dann erneut beschlagnahmt worden. Auch wenn nicht alle Angeklagten bei dem Einbruchsdiebstahl bzw. dem nachfolgenden Scheingeschäft involviert gewesen seien, hätten sie in der Gruppe wichtige Funktionen gehabt, hieß es. Sie sollen etwa Tatfahrzeuge und Zwischenlager angemietet oder das Scheingeschäft abgesichert haben. Für den Prozess sind 20 weitere Verhandlungstage bis zum 19. März 2021 vorgesehen.
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