Tod eines Zwillings: Urteil im Prozess gegen zwei Ärzte erwartet
Im Prozess gegen zwei Berliner Frauenärzte, die bei einer Zwillingsgeburt ein Kind getötet haben sollen
Berlin - Im Prozess gegen zwei Berliner Frauenärzte, die bei einer Zwillingsgeburt ein Kind getötet haben sollen, will das Landgericht am Dienstag (12.00 Uhr) ein Urteil verkünden. Nach der Entbindung eines gesundes Kindes sollen die Mediziner das an einer schweren Hirnschädigung erkrankte zweite Kind mit einer Injektion getötet haben. Die Anklage lautet auf Totschlag.
Die Verteidiger argumentierten, ihre Mandanten seien von einer zulässigen Spätabtreibung bei einer medizinische Indikation ausgegangen. Im Vordergrund habe das gesunde Kind gestanden, nicht das Juristische. Im Zivilrecht beginne die Rechtsfähigkeit des Menschen mit der Vollendung der Geburt. Zu dem Verfahren um die Geburt im Sommer 2010 war es nach einer anonymen Strafanzeige gekommen.
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die beiden Angeklagten – eine 58-jährige Oberärztin und ein 73-jähriger Chefarzt im Ruhestand – tödliches Kaliumchlorid während der Geburt per Kaiserschnitt injiziert hätten. Zu diesem Zeitpunkt sei es rechtlich aber nicht mehr zulässig gewesen, da es sich mit Beginn der Geburt bereits um einen Menschen und nicht mehr um einen Fötus gehandelt habe. Strafen von jeweils 18 Monaten Haft auf Bewährung forderte die Anklägerin.
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