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Weihnachtsgnade in Berlin - rund 120 Gefangene entlassen

Es ist fast schon guter Brauch - auch wenn in der Justiz nicht jeder glücklich über den Begriff ist.

Berlin - Sechs Wochen vor Heiligabend sind bereits mehr als 120 Straftäter in Berlin im Rahmen der sogenannten Weihnachtsamnestie vorzeitig aus der Haft entlassen worden. Das teilte die Senatsjustizverwaltung auf Anfrage mit. Neben dem Verhalten der Häftlinge war dafür ausschlaggeben, dass diese ohnehin vor dem 5. Januar frei gekommen wären.

«Mit dem Sammelgnadenerweis zum Jahresende soll Straf- und Jugendstrafgefangenen die Wiedereingliederung in die Gesellschaft erleichtert werden», erklärte Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne). Erfahrungsgemäß seien Wohnungs- und Arbeitssuche zum Jahresende schwierig. Zudem seien die meisten Beratungsstellen geschlossen. Darüber hinaus sei Weihnachten nicht nur ein kirchliches Fest, sondern traditionell ein Fest der Familie und der sozialen Kontakte. «Die Zeit gemeinsam mit den Angehörigen oder Freunden zu erleben, hilft beim Start in das Leben nach der Haftzeit», so Behrendt.

Im vergangenen Jahr profitierten laut Justizbehörde 141 Gefangene in Berlin von der Entscheidung. Bei den Zahlen für das aktuelle Jahr sind noch Veränderungen möglich. «Vereinzelt könnte noch jemand hinzukommen», so ein Sprecher der Justizsenatsverwaltung. Im Prinzip seien aber alle Anträge auf die vorzeitige Entlassung gestellt.

Auch in den meisten anderen Bundesländern werden Häftlinge im Rahmen der Weihnachtsgnade frühzeitig entlassen. Im vergangenen Jahr durften mehr als 950 Straftäter das Gefängnis vorzeitig entlassen.

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