Woche der Demonstrationen - Radfahrer, Nahost, Corona, Mieten
Dieser Mai bleibt auch weiterhin eine Hochsaison der Demonstrationen in Berlin
Berlin - Dieser Mai bleibt auch weiterhin eine Hochsaison der Demonstrationen in Berlin. Unfalltote im Straßenverkehr, der Nahost-Konflikt, die Corona-Pandemie und das Thema Mieten ziehen in dieser Woche Menschen auf die Straße, täglich sind Proteste angemeldet. Besonders am Pfingstwochenende wird es an mehreren Stellen voll. Für die Polizei stellt sich erneut eine besondere Herausforderung, vor allem wegen der noch nicht beendeten Corona-Pandemie.
Die Demonstranten müssen Masken tragen und Abstände einhalten, aber nicht alle halten sich an die Vorschriften. Schon im Herbst hatte die Polizei Wasserwerfer auffahren lassen, um eine große Demonstration von Kritikern der Corona-Regeln zu zerstreuen. Zuletzt löste sie zwei Demonstrationen in Neukölln auf: von linken Gruppen am 1. Mai und von Palästinenser-Initiativen am 15. Mai. Heftige Krawalle folgten. Hartes Durchgreifen bei Verstößen kündigte Polizeipräsidentin Barbara Slowik auch für die nächste Zeit an.
Der Demo-Reigen nimmt am (heutigen) Mittwochabend Fahrt auf. Am Alexanderplatz sind 500 Demonstranten mit dem Titel «Gegen die israelische Aggression in Palästina» angemeldet.
Ebenfalls am Mittwochabend erinnert ein Fahrradkorso beim jährlichen weltweiten «Ride of Silence» an tödlich verunglückte Radfahrer. Die Teilnehmer fahren schweigend und zum Teil in weißer Kleidung. Die Strecke führt vom Brandenburger Tor durch die westliche Innenstadt, Schöneberg, Neukölln und Kreuzberg zum Roten Rathaus.
Die Unterstützer Israels rufen am Donnerstag zu einer Demonstration «Solidarität mit Israel - Gegen jeden Antisemitismus» am Brandenburger Tor auf. Auch Berliner Landespolitiker kündigten ihre Teilnahme an.
Am Freitag beginnt eine Reihe von Protestveranstaltungen von Kritikern der Corona-Einschränkungen am langen Pfingstwochenende. Angemeldet sind am Abend vier Autokorsos und 3000 Teilnehmer unter dem Titel «Freie Fahrt für ein freies Leben». Endplatz ist der Theodor-Heuss-Platz in Charlottenburg.
Am Pfingstsamstag folgt eine große Demonstration gegen die Corona-Gesetze. Aus vier Richtungen wollen die Teilnehmer ab 12.00 Uhr zum Großen Stern und der Straße des 17. Juni laufen. Angemeldet sind 16 000 Menschen. Ob es tatsächlich so viele werden, ist offen. Auch am Brandenburger Tor ist eine Kundgebung geplant. Angekündigt sind auch Gegendemonstrationen.
Am Samstagnachmittag ab 15.00 Uhr steht wieder ein Demonstrationszug zum Konflikt Israels an: Titel «Nahostkonflikt» an. Vom Südstern in Kreuzberg geht es mit 2000 angemeldeten Teilnehmern zum Hermannplatz in Neukölln und weiter zum Kottbusser Tor.
Am Pfingstsonntag wollen sich die Corona-Kritiker noch einmal auf der Straße des 17. Juni versammeln. Wieder sind 16 000 Menschen bei der Versammlungsbehörde der Polizei angegeben, bis dahin soll es aber weitere Gespräche geben, um einschätzen zu können, ob das realistisch ist.
Ebenfalls für Sonntag ruft das Bündnis Mietenwahnsinn zum Protest gegen teures Wohnen auf. Die Veranstalter rechnen ab 13.00 Uhr mit 10 000 Teilnehmern. Das Motto lautet: «Gegen den Mietenwahnsinn. Jetzt erst recht». Die Strecke führt vom Potsdamer Platz zum Winterfeldplatz.
Am Pfingstmontag wollen Tausende Radfahrer mit einer großen Rundfahrt gegen den Weiterbau der Autobahn A100 protestieren.
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