Zeichen setzen nach CSD-Anschlag

Botschaften und Blumen am Tatort zeugen von Trauer und Entsetzen. Doch unterkriegen lassen will sich die Community nach der islamischen Tat nicht.

Zwei Wochen nach dem islamistischen Anschlag am Rand des Christopher Street Day (CSD) in Berlin haben Tausende beim queeren Parkfest in Friedrichshain gefeiert. «Das Motto "Jetzt erst recht" ist bei vielen deutlich spürbar», sagte Organisator Christian Meyerdierks, Kreisvorsitzender der Arbeiterwohlfahrt Spree-Wuhl. 

Zwischen 4.000 und 5.000 Menschen besuchten nach seinen Angaben am Samstag das Fest, das nach dem Anschlag im Großen Tiergarten unter höheren Sicherheitsvorkehrungen erfolgte. Ein mulmiges Gefühl sei bei vielen Gästen dabei gewesen, so Meyerdierks. «Die deutliche Sichtbarkeit der Polizei hat aber ein gutes Gefühl vermittelt.» 

Die queere Community sei generell gefährdet, zudem habe die Bedrohung durch Islamisten zugenommen. Eine Absage des Festes habe für ihn und sein Team aber nie zur Debatte gestanden. 

Unterdessen gedenken weiterhin Menschen am Tatort der Opfer. An dem neuen Gedenkort in der Nähe der Anschlagsstelle hinterließen sie erste Blumen und Botschaften. An den frisch gepflanzten französischen Ahornbaum steckte jemand einen Zettel mit der Aufschrift «love you all!» fest. 

Der neue Ahornbaum wird durch ein schützendes Metallgitter umfasst, an dem Menschen Karten, Fotos, Blumen und persönliche Botschaften anbringen können, ohne ihn zu beschädigen. Neben dem Baum ließ das Bezirksamt Mitte eine Bank in Regenbogenfarben aufstellen. Sie soll zum Innehalten und zur stillen Anteilnahme einladen und Solidarität mit der queeren Community zum Ausdruck bringen.

Um der Opfer des CSD-Anschlags zu gedenken und Solidarität für das queere Leben zu zeigen, ist ein Benefizkonzert geplant. Am 18. August wollen unter dem Namen «Fresse auf für queere Freiheit» in der Berliner Columbiahalle zahlreiche Musiker auftreten, darunter Herbert Grönemeyer und die Rapperinnen Ikkimel, Badmómzjay und Juju. Organisiert wird das Konzert vom Rapper Baran Kok. Der Erlös soll an die Schwulenberatung Berlin sowie an die CSDs im ländlichen ostdeutschen Raum gehen.

Bei dem Terroranschlag am 25. Juli war der islamistische Attentäter mit einem Van im Großen Tiergarten nahe dem Brandenburger Tor in eine Menschengruppe gefahren und mit dem Fahrzeug anschließend gegen den Baum geprallt. Danach griff der 21-Jährige - vermutlich mit einer Machete - weitere Menschen an, bevor er floh. Eine Frau wurde getötet, mindestens 31 Menschen zum Teil schwer verletzt. Einen Tag später erschossen Polizisten den Attentäter in Berlin-Spandau bei dem Versuch, ihn festzunehmen.



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Sally

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